«Treffa mit Jon»

Wetterfest: Trotz herbstlich-feuchtem Wetter hat die Wanderung in die Val Mingèr mit Jon Erni die Teilnehmer begeistert. 

Auf zu den röhrenden Hirschen

Lange müssen die Wanderer nicht gehen, um das erste Röhren zu hören. In den Wäldern der Val Mingèr im Schweizerischen Nationalpark ist die Hirschbrunft um diese Jahreszeit an einem späten Nachmittag allgegenwärtig. Erst ertönt das liebestolle Gebrüll auf der einen Talseite, wenige Schritte später röhrt es auf der anderen Talseite. Bald schon sind auch die ersten kapitalen Hirsche zu sehen. Jon Erni, Marcel Rogentin und Crispin Joos blicken am Fusse eines Geröllhangs durch ihre Ferngläser, schnell haben sie die Hirsche lokalisiert. Die Familie Werner aus Thalwil steht daneben und wartet gespannt, bis die drei Jäger ihnen genau erklären, wohin sie schauen müssen, um die Wildtiere ebenfalls zu sehen.

Fachliches und Hobby verbinden

«Es gibt nichts Schöneres, als die Natur zu erleben und dabei mit Menschen in ein Gespräch verwickelt zu werden», meint Erni. Diese Ansicht teilen auch Rogentin und Joos. Sie arbeiten für die Firma Curea Infra Services, deren  Kompetenz der Netzbau ist. «Wir sind als Ersteller von Netzen in der digitalen Welt unterwegs. Auf dieser Wanderung können wir das Fachliche mit unseren persönlichen Interessen verbinden», sagt Rogentin. Die Familie Werner hingegen besitzt ein Ferienhaus in Sent. Rolf und Stephanie Werner nutzen den Mountain Hub in Scuol und kennen Mia Engiadina gut.

Lautstarkes Imponiergehabe

«Die Brunft ist die Paarungszeit der Hirsche», erklärt Erni den Gästen aus dem Unterland. Die Hirschbrunft dauert einige Wochen, hier von September bis etwa Mitte Oktober. Die Stiere folgen den brünstigen Kühen, bis diese die Paarung zulassen. Doch die Kuh akzeptiert nicht jeden Partner, sondern wählt selbst ihren Hirsch aus. Deswegen das lautstarke Imponiergehabe, deswegen auch die Kämpfe zwischen den Platzhirschen. «Nach der Brunft verlassen die meisten Hirsche den Park und überwintern an den Sonnenhängen der Haupttäler im Engadin, Münstertal, Südtirol oder Tirol», erzählt Erni.

Rast auf der Alp Mingèr

Bei der Alp Mingèr angekommen, ist das Brunftkonzert in vollem Gange. Fünf Hirsche und eine Hirschkuh sieht man schon von blossem Auge. Erni packt Salsiz und Alpkäse aus und natürlich einen Schafgarbenschnaps Iva zum Anstossen. Erst der einsetzende Schneeregen veranlasst die fröhliche Gruppe schliesslich, den Rückweg anzutreten - begleitet vom verlangenden Brummen der Hirsche.